Was sind Ausländische Casinos?
Ausländische Casinos bezeichnen Online-Glücksspielanbieter, die ihre Dienste von außerhalb Deutschlands anbieten. Diese Plattformen ermöglichen es den Nutzern in Deutschland, sich auf Spielautomaten, Tischspiele und andere Glücksspiele zu setzen, ohne physisch an einen Standort im Ausland gebunden zu sein.
Rechtliche Grundlagen
Die Rechtslage für Ausländische Casinos ist komplex und ändert sich stetig. In Deutschland gilt das Gesetz gegen den unerlaubten Glücksspielwettbetrieb (GlüStV), welches die Lizenzierung von ausländische online-casinos Glücksspielen durch staatliche Stellen vorsieht. Bisher wurden nur wenige ausländische Anbieter offiziell lizenziert.
Daher stützen sich viele der Betreiber auf sog. "White Labels", welche eine Lizens für den Einsatz von Software-Produkten von Dritten in Anspruch nehmen, und/oder eigene Technologien verwenden oder die Rechte an einer Marke unter Vertrag genommen haben.
Vereinbarkeit mit deutschem Glücksspielrecht
In Deutschland ist das Spielen in ausländischen Online-Casinos nicht explizit verboten, aber auch nicht explizit erlaubt. In den letzten Jahren kam es zu mehrfachen Entscheidungen des deutschen Bundesverwaltungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Frage der Vereinbarkeit.
- 2018 entschied das BGH, dass Online-Spielen in ausländischem Casinos nicht unerlaubt ist. Gleichwohl stellte es die Gründe für den Ausschluss von Online-Glücksspielwettbewerb fest.
- 2020 hat der EuGH bestätigt, dass Mitgliedsstaaten das Glücksspiels und Wettwesen strenger regulieren dürfen als nicht mit einem staatlichen Zuschuss verbundene Glücksspiele.
Die Regulierung von Ausländischen Casinos bleibt jedoch unklar. Die Bundesregierung hat verschiedene Gesetzesentwürfe, wie z.B. das Gesetz zur Verbesserung der Staatshaftungsversicherung (StVermG) vorgelegt.
Anbieterstruktur und Typologien
Es existieren mehrere Arten von Ausländischen Casinos in Deutschland:
- White Labels: Dazu gehören Lizenzen, die auf Distanzverträge basierend auf Software-Produkten verwendet werden.
- Eigenentwickelte Anbieter:
Anbieter wie Microgaming und Playtech bieten ihren Kunden Spiele-Kombinationen an. Diese Kombinationen enthalten einen Kern des Spielangebots, welcher aus einer Mischung aus verschiedenen Spielen bestehen kann.
- Technologische Plattformen: Anbieter von technischen Lösungen für das Online-Spielsystem wie Malta's Gaming Innovation (GiG), entwickeln und betreiben Spiele-Produkte sowie Plattformen in Eigenregie.
- Märkenunter Vertrag : Kombination aus einem White Label, einer Marke unter Vertrag genommen, wobei auch ein spezifischer Fokus auf die Zusammenarbeit mit größeren Betreuern (Anbieter) und Unternehmen entwickelt wurden.
Die Hauptunterschiede in den Ausländischen Casinos liegen also in der Lizenzierung und im Spielangebot selbst. Manche bieten eine breite Palette von Spielen an, während andere sich eher auf bestimmte Arten von Spielen spezialisieren.
Marktverhalten und Marketing
Die Vermarktung der Dienstleistungen wird durch das GlüStV-Regelwerk sowie durch den EU-Richtlinien "Richtlinie 2006/138/EG über die grenzüberschreitende Dienstleistung im Bereich des Glücksspiels und zur Aufhebung des Rahmendirektives" beeinflusst. Die Regulierung in Bezug auf Werbeartikel wie TV-Spots, Online-Anzeigen oder Social-Media-Kampagnen sind streng geregelt.
Fazit
Ausländische Casinos bieten Deutschland ein breites Angebot an Spielen und Betreibern mit unterschiedlichen Charakteristika. Die rechtliche Umsetzung in Bezug auf GlüStV-Regelungen ist komplex, die Frage der Vereinbarkeit wird vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) immer wieder kritisch überprüft.
Neben diesen Faktoren haben wir auch zu sehen, dass verschiedene Anbieterstrukturen und Typologien bestehen, wie z.B. White Labels und eigenständige Entwickler sowie die Technologischen Plattformen und Märkenunter Vertrag - Kombinationen mit unterschiedlichen Angeboten und Strategien.
Es bleibt abzuwarten, ob sich Änderungen ergeben werden oder ob der Markt durch Regulierung gestaltet wird.